Religions- und Meinungsfreiheit zählen zu den fundamentalen Menschenrechten, die in Ländern mit islamischem Rechtsystem nicht in ausreichendem Maße gewährt werden. Innerhalb der muslimischen Glaubensgemeinschaft gilt der "Abfall vom Glauben" als Todsünde und wird entsprechend bestraft.
Leider stellt der Abfall vom muslimischen Glauben auch in Deutschland ein
Tabu dar. Dass es überhaupt "Ex-Muslime" in nennenswerter Anzahl
gibt (vor allem in der Gruppe der iranischen Dissidenten) hat sich hierzulande
kaum herumgesprochen. Das zeigt sich u.a. darin, dass in den deutschen Medien
islamkritische Autoren wie etwa Salman Rushdie, Taslima Nasreen oder Ibn Warraq
absurderweise als "muslimische Intellektuelle" bezeichnet werden.
(Man stelle sich vor, jemand würde im Gegenzug Friedrich Nietzsche, Bertrand
Russell oder Karlheinz Deschner als "christliche Intellektuelle"
charakterisieren!)
Dass wir mit der Kampagne "Wir haben abgeschworen!" auf die alte
Kampagne der Frauenbewegung "Wir haben abgetrieben!" anspielen,
ist kein Zufall. Denn wie damals, so geht es auch heute um einen Tabubruch:
Wie damals, so müssen auch heute Selbstbestimmungsrechte erkämpft
werden. Wie damals, so stehen auch heute auf der Gegenseite religiöse
Kräfte, die meinen, im Besitz "ewig gültiger, heiliger Wahrheiten"
zu sein.
Sicherlich, es gibt auch Unterschiede: Während das europäische Christentum,
gegen dessen tradierte Werte die Frauenbewegung insbesondere ankämpfen
musste, durch die harte Schule der Aufklärung gegangen ist und sich infolgedessen
zivilere Umgangsformen angewöhnen musste, blieb der Islam trotz großartiger
Ansätze etwa im 9. und 10. Jahrhundert (beispielsweise in Gestalt des
großen ex-muslimischen Gelehrten Al-Razi) von einer solchen "aufklärerischen
Belästigung" weitgehend verschont. Wir wollen dazu beitragen, dass
sich dies nachhaltig ändert!
"Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"
Diese alte Losung der Aufklärung sollten alle Menschen beherzigen - gleich
welcher Kultur sie entstammen...