Vahed-Arbeiter brauchen weiterhin Unterstützung in ihrem Kampf!


Die Kämpfe der Arbeiter des öffentlichen Busunternehmens von Teheran und Umgebung
( Vahed ) in den vergangenen Monaten markieren einen wichtigen Punkt in der Entwicklung der iranischen Arbeiterbewegung. Wir haben während dieser Zeit versucht auch die internationale, insbesondere die gewerkschaftliche Öffentlichkeit ständig über die aktuelle Entwicklung in diesem Kampfe zu informieren. Der in dieser Ausgabe in deutscher Übersetzung erschienene Artikel von Asqar Karimi - Chef des Exekutivkomitees der WPI, der diesen Streik sehr aktiv begleitet hat - behandelt insbesondere die verschiedenen Aspekte dieses Kampfes, seine Bedeutung in der Entwicklung der iranischen Arbeiterbewegung und für den Freiheitskampf der Bevölkerung, die gesellschaftlichen Implikationen und Wechselwirkungen sowie die Rolle und Position der Arbeiterkommunistischen Partei.
Die Vahed-Gewerkschaft wurde nach ersten Versuchen im Mai 2005, die durch brutale Überfälle von islamischen Schlägertrupps und Geheimdienstagenten des islamischen Regimes vereitelt wurden, schließlich im Juni 2005 gegründet. Eine wichtige Forderung der Arbeiter war von Anfang an die Auflösung der "Islamischen Räte" (Schlägertrupps des islamischen Regimes, die als Arbeitervertretungen ausgegeben werden), die im Zusammenhang steht mit der zentralen Forderung nach Organisationsfreiheit und der Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Am 17. Oktober 2005 machten die Vahed-Busfahrer mit einer kreativen Kampfform auf sich Aufmerksam. Sie nahmen an diesem Tag von den Fahrgästen keine Tickets, um ihren Forderungen, wie etwa auch Lohnerhöhung, Wiedereinstellung entlassener Kollegen, Einstellung zusätzlichen Personals, Nachdruck zu verleihen.
Am 23. Dezember 2005 begann das Regime mit einer Welle von Verhaftungen. 12 Aktivisten der Vahed-Gewerkschaft wurden verhaftet, darunter Mansur Ossanlou, Gewerkschaftsvorsitzender. Nach Protesten der Beschäftigten, besonders nach einem entschlossenen Streik am 23.12.05, der den Busbetrieb in Teilen der Stadt lahm legte, wurden viele Inhaftierte freigelassen und den Vahed-Arbeitern die baldige Erfüllung ihrer Forderungen versprochen. Die Versprechungen wurden nicht gehalten, das Regime versuchte nur Zeit zu gewinnen. Die Kampfbereitschaft war groß. Schließlich rief die Gewerkschaft für den 28. Januar 2006 den Streik aus. Schon in der Nacht vor diesem Tag begann das Regime mit Verhaftungen der Vahed-Aktivisten. In dieser Nacht wurden auch Familienmitglieder und Kleinkinder aus dem Bett gezerrt, geschlagen und verhaftet. Über 1000 Vahed-Arbeiter wurden verhaftet und wochenlang in Haft gehalten. Eine große internationale Kampagne zur Unterstützung der Vahed-Arbeiter wurde in Gang gesetzt. Internationale Arbeiterorganisationen und Gewerkschaften in der ganzen Welt bekundeten ihre Solidarität und verurteilten die Repression durch das islamische Regime. Ein Höhepunkt dieser großartigen internationalen Solidarität war der 15. Februar 2006. An diesem Tag fanden, nach einem Aufruf globaler Gewerkschafts-Organisationen überall in der Welt Protestkundgebungen vor Vertretungen der Islamischen Republik Iran zur Unterstützung der Forderungen der Vahed-Arbeiter statt.

Unter dem Druck der Proteste im In- und Ausland wurden nach Wochen nach und nach die inhaftierten Arbeiter bis auf Mansur Ossanlou freigelassen. Ossanlou wird immer noch gefangen gehalten, seine Widerstandsmoral im Gefängnis ist laut Berichten sehr gut. Die freigelassenen Kollegen sind ausgesperrt und werden nicht zu ihrer Arbeitsstelle gelassen und erhalten auch keinen Lohn. Ein Teil von ihnen hat sogar Entlassungsschreiben erhalten. In dieser Situation ist auch die finanzielle Unterstützung für die Arbeiter und ihre Familien sehr wichtig. Das Internationale Arbeitersolidaritätskomitee der WPI hat einen Soli-Fond mit Spendenkonten in mehreren Ländern eingerichtet. Nach veröffentlichten Finanzberichten des Komitees sind bisher Spenden im Wert von 11000 US Dollars eingegangen und an die Vahed-Arbeiter weitergeleitet worden. Das folgende Konto ist für Deutschland (und deutschsprachige Länder) eingerichtet:
Hamid Rahimpour,
Konto: 11 27 10 61,
BLZ: 29 05 01 01,
Sparkasse Bremen
Stichwort: Vahed-Soli.
Wir rufen weiterhin zu Spenden für die Vahed-Arbeiter und ihre Familien auf. Spenden bitte auf das obige Konto überweisen und gleichzeitig eine Mitteilung darüber ( unter apibrie@yahoo.de ) an uns schicken.